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Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Mein Unrechtsstaat

GedenkstätteDas Jahr 2009 ist das Jahr des Gedenkens an die friedliche Überwindung eines diktatorischen Regimes, die Gründung der beiden deutschen Staaten und die Verabschiedung des die Freiheit des Einzelnen garantierenden Grundgesetzes.

Um Mythen und Verklärungen vorzubeugen, ist ein Blick zurück in die Zeit der Unfreiheit hilfreich. Dies möchte ich auch ganz persönlich tun und zurückblicken auf ein Jahr, in dem an friedliche Revolution und Mauerfall noch nicht zu denken war.

Es ist das Jahr 1981 und ich bin zu dieser Zeit Schüler. Die besten Lehrerinnen und Lehrer mussten die Schule wegen ihrer politischen Auffassungen verlassen. Einige von ihnen haben auch das Land verlassen. Die von mir und einigen wenigen mutigen Freunden herausgegebene Schülerzeitung darf es offiziell nicht geben und kann nur durch finanzielle Zuwendungen aus der freien Wirtschaft überleben. Immer wieder kommt es zu peinlichen Verhören durch den Schulleiter, der natürlich in der herrschenden Partei ist. Es hagelt Verweise von der Schule. Auch Klassenkameraden verlassen mit ihren Familien das Land.

Zwischen Rebellion und Anpassung schreibe ich einige Seiten aus einem Stalin-Werk über formale Logik und Dialektik ab und bekomme eine Eins für meine Klassenarbeit. Eigentlich war Stalin ein Tabu, aber die Wortwahl von Joseph war wohl einfach genug, um auch für die verbliebenen Betonköpfe des Lehrkörpers verständlich zu sein.

Ja, so war es 1981 in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein unter der Alleinherrschaft der CDU. Da gibt es nichts zu verklären.

Foto: Bei einem Besuch meiner Gedenkstätte des Unrechts, der Realschule in Quickborn.

Autor: Klaus

Kategorie: Politik

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