Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der Montagsdemonstrationen in der Heldenstadt, in Gedenken an die friedliche Revolution, die einen Unrechtsstaat hinwegfegte, gingen zahlreiche Bürger und Bürgerinnen am gestrigen Freitag in Leipzig auf die Straßen.

Mit dem Ruf “Wir wollen hier raus” rissen sich Wehrdienstleistende und Berufssoldaten ihre Uniformen von den Körpern. Mit dem Ruf “Wir bleiben hier” machten frisch gemusterte junge Männer deutlich, dass sie nicht in die Kasernen einrücken und nicht nach Afghanistan fahren werden. Mit dem Ruf “Bundeswehr in die Produktion” machten die so zivilisierten Bürgerinnen und Bürger deutlich, dass sie nicht bereit sind, den Krieg ihres Staates gegen die Bevölkerung eines anderen Landes weiter hinzunehmen.

Der Pfarrer der Nikolaikirche betonte, dass ein Regime, dessen Armee Menschen tötet, die nur mit Plastikkanistern bewaffnet Benzin stehlen, jede Legitimation verloren habe. Das Vertrauen auf einen friedlichen Dialog sei erschöpft und die Regierung müsse zurücktreten, hieß es in einer Stellungnahme der Organisatoren der Montagsdemonstration. Ein Außenminister, der derartiges Handeln verteidige und Menschenopfer für seine Ideologie in Kauf nehme, dürfe niemals Bundeskanzler werden.

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