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Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Wenn Verfassungsfeinde feien

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Auf öffentlichen Plätzen und in den Medien feiert sich die Demokratie. In groß angelegten Kampagnen wird das Grundgesetz gefeiert.

Ein Blick zurück. 1955. Die Bundesrepublik ist sechs Jahre alt.

Die meisten Bundesbürger waren gegen die Wiederbewaffnung und wollten selbst dann keine Uniform mehr tragen, wenn eine „kommunistische Invasion“ drohte. Es gab eine breite „Ohne uns“-Bewegung, die sich aus Menschen unterschiedlicher Weltanschauung zusammensetzte. Die Furcht vor einem dritten Weltkrieg war groß. Der Adenauer-Staat reagierte repressiv und verbot die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die Jugendorganisation der KPD, die mit den sozialistischen Falken, der Gewerkschaftsjugend und christlichen Jugendverbänden spektakuläre antimilitaristische Aktionen veranstaltet hatte. Unter anderem hatten sie Anfang 1951 die Insel Helgoland besetzt, um die britischen Alliierten, die die Insel als Testgelände benutzten, zu zwingen, ihre Bombenabwürfe einzustellen.

Für Unruhe sorgten bei konservativen Regierungsmitgliedern auch die -sogar in Großbetrieben- ziemlich populären „Ausschüsse für Volksbefragung“, die ebenfalls gegen die Wiederbewaffnung waren und deren Hauptausschuss sich aus Funktionären der CDU, der SPD, der KPD sowie aus ehemaligen Offizieren zusammensetzte. Bald ließ das Ministerium für gesamtdeutsche Fragen überall Plakate anbringen mit der Aufschrift: „Wer an der kommunistischen Volksbefragung teilnimmt, gefährdet den Frieden und stellt sich in den Dienst des Bolschewismus!“

Ausgerechnet Sozialdemokraten forderten als Erste ein Verbot der Volksbefragung. Erfolgreich. Mehr als 7000 Aktivisten wurden verhaftet, vorzugsweise kommunistische, um den Vorwurf zu stützen, das Volksbegehren sei „vom Osten gesteuert“. Dennoch sammelten die Ausschüsse fast zehn Millionen Unterschriften.

Jeder Einsatz für eine friedliche und antikapitalistische Zukunft wurde in der jungen Bundesrepublik Deutschland unterdrückt. Wer sich gegen Krieg und Militär engagierte bekam Berufsverbot und Gefängnisstrafen. Zehntausende verloren ihren Arbeitsplatz. Rund 200 Organisationen wurden verboten.

Die an den Verbrechen der Wehrmacht und der SS beteiligten Generäle und Oberste machten die Bundeswehr bereit für die NATO. Der Oberleutnant der Wehrmacht Franz Josef Strauß wurde Verteidigungsminister.

Neben Spanien, wo noch immer der Diktator General Franco herrschte, war die 1949 gegründete Bundesrepublik jetzt (1956) der einzige europäische Staat, in dem die kommunistische Partei, elf Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, wieder verboten war.

Noch 1956 wurde aus der Organisation Gehlen der Bundesnachrichtendienst (BND) und der ehemalige Chef der Ostspionage der Wehrmacht, Generalleutnant Reinhard Gehlen, wurde sein Präsident. Jener Gehlen hatte der CIA Pläne für einen Putsch in der Bundesrepublik vorgelegt, falls „Anhänger einer prosowjetischen Politik“ in die Bundesregierung eintreten sollten.

Und das Grundgesetz?

Das Grundgesetz von 1948 hatte „Wehrpflicht und Remilitarisierung [...] verfassungsmäßig“ ausgeschlossen. Adenauer hatte „den westlichen Alliierten schon 1949 einen deutschen Verteidigungsbeitrag angeboten, [...] hatte also schon sieben Jahre vor den entscheidenden Grundgesetzänderungen seine Politik unbekümmert um Geist und Buchstaben der Verfassung eingefädelt und betrieben. Für eine Remilitarisierung war kein Platz im Grundgesetz, es wurde durch diese sowohl verletzt wie gesprengt“.

Die KPD hatte das Grundgesetz im Parlamentarischen Rat abgelehnt, da es die Spaltung Deutschlands zementierte.

Max Reimann, Mitglied des Parlamentarischen Rat und Vorsitzender der KPD erklärte dazu: „Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!“

Dies galt es aus Sicht der Militaristen durch das Verbot der KPD zu verhindern. Das Grundgesetz wurde geändert, die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.

Die kursiven Textpassagen stammen aus diesem Buch von Jutta Ditfurth: Ulrike Meinhof: Die Biografie

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Mein Unrechtsstaat

GedenkstätteDas Jahr 2009 ist das Jahr des Gedenkens an die friedliche Überwindung eines diktatorischen Regimes, die Gründung der beiden deutschen Staaten und die Verabschiedung des die Freiheit des Einzelnen garantierenden Grundgesetzes.

Um Mythen und Verklärungen vorzubeugen, ist ein Blick zurück in die Zeit der Unfreiheit hilfreich. Dies möchte ich auch ganz persönlich tun und zurückblicken auf ein Jahr, in dem an friedliche Revolution und Mauerfall noch nicht zu denken war.

Es ist das Jahr 1981 und ich bin zu dieser Zeit Schüler. Die besten Lehrerinnen und Lehrer mussten die Schule wegen ihrer politischen Auffassungen verlassen. Einige von ihnen haben auch das Land verlassen. Die von mir und einigen wenigen mutigen Freunden herausgegebene Schülerzeitung darf es offiziell nicht geben und kann nur durch finanzielle Zuwendungen aus der freien Wirtschaft überleben. Immer wieder kommt es zu peinlichen Verhören durch den Schulleiter, der natürlich in der herrschenden Partei ist. Es hagelt Verweise von der Schule. Auch Klassenkameraden verlassen mit ihren Familien das Land.

Zwischen Rebellion und Anpassung schreibe ich einige Seiten aus einem Stalin-Werk über formale Logik und Dialektik ab und bekomme eine Eins für meine Klassenarbeit. Eigentlich war Stalin ein Tabu, aber die Wortwahl von Joseph war wohl einfach genug, um auch für die verbliebenen Betonköpfe des Lehrkörpers verständlich zu sein.

Ja, so war es 1981 in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein unter der Alleinherrschaft der CDU. Da gibt es nichts zu verklären.

Foto: Bei einem Besuch meiner Gedenkstätte des Unrechts, der Realschule in Quickborn.

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Mit dem Klemmeisen wird der Klemmkuchen hergestellt. Die Mehlspeise brachten die Flamen nach Ostdeutschland, die im 12./13. Jahrhundert nach der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären im Jahr 1157 in hoher Zahl den Höhenrücken östlich der Elbe besiedelten. [Wikipedia]
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