11 September 2009 0
Marx im Krieg gefallen
Den Bürger/innen und Bürgern wird gern erklärt, die Umbenennung von Straßen in Großgemeinden sei notwendig, damit Notarzt und Feuerwehr mit eindeutigen Adressen schneller an den Einsatzort kommen. Dies halte ich für Werbesprüche zugunsten einer in den Ortsteilen unbeliebten Maßnahme.
Wer benötigt nun wirklich die eindeutigen Daten und hat Angst vor zu vielen Dorfstraßen und Karl-Marx-Straßen?
“Die Zweite Bundesmeldedatenübermittlungsverordnung regelt, wie städtische Meldebehörden Daten zum Beispiel an Kreiswehrersatzämter oder an die Arbeitsagentur weitergeben müssen. Die Adresse besteht aus Straße, Nummer, Postleitzahl und Ort mit einer Buchstabenbegrenzung.” (MAZ)
So ist es richtig. Auf der Suche nach dem Nachschub für die weltweiten Kriegseinsätze der Bundeswehr und bei dem Ringen um die Herstellung der Wehrgerechtigkeit darf dem Kreiswehrersatzamt keiner durch die Lappen gehen. Feldjäger und Hartz-IV-Kontrolleure sollen nicht durch die vielen Dorf- und Karl-Marx-Straßen verwirrt werden.
Meine in Fragen verpackte Kritik vom Februar war also ungenau:
“Im Amtsblatt der Gemeinde Niedergörsdorf vom 06.02.09 ist eine öffentliche Bekanntmachung zu Straßenumbenennungen abgedruckt.
Der Umbenennung von Straßen, die in der Gemeinde mit ihren Ortsteilen mehrfach vorkommen, kann ich einen gewissen Pragmatismus nicht absprechen.
Aus der veröffentlichten Liste mit den vielen Dorfstraßen springt mir aber ein Straßenname sofort ins Auge, weil er so völlig aus der in der Presse verkündeten Zielrichtung der Vereinfachung der täglichen Arbeit von SMH-Einsatzkräften, Paketboten und Navigationssystemen herausfällt: Die Karl-Marx-Straße in Altes Lager. Diese soll in Lessingweg umbenannt werden.
Warum nun dies? Den Lessingweg gibt es schon in Altes Lager. Dieser wird nun mit einem Knick in der Landschaft versehen und verlängert.
Nun habe ich nichts gegen den wichtigsten deutschen Dichter der Aufklärung. Aber dass dem Vorwärtsdenker Gotthold Ephraim ein so jäher Abzweig nach Rechts bei der Verlängerung seines Weges gefallen hätte, darf bezweifelt werden. Die gradlinige Verlängerung seines Weges soll weiterhin Hohlweg heißen. Passt das? Führt dies nicht zu Verwirrungen bei SMH-Einsatzkräften, Paketboten und Navigationssystemen?
Warum hat man in Zeiten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise keinen Platz für eine nach einem Kritiker der klassischen Nationalökonomie benannten Straße?” (DIE LINKE. Regionalverband Teltow-Fläming Süd)
ist als Thema nicht so beliebt wie das Wetter und läßt sich auch kaum bebildern, aber ich durfte am 23. März einen Beitrag zu diesem Themenkreis erleben, der für mich erfreulich neu war.
ist nicht mehr in aller Munde, aber er ruft sich immer wieder in Erinnerung. Zumindest in einem kleinen Stückchen Wald auf unserem Grundstück. Auf dem Nachbargrundstück befand sich früher in dem nun langsam verfallenden Gebäude die florierende Gaststätte Volksheim. Ortskundige erzählen, daß dort auch ein enormer Umsatz mit Broilern erzielt wurde.


