Klemmeisen

Icon

Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Ho-Ho-Hohenschönhausen

Amazon schickt mir eine Email. Mir wird das Buch “Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE” empfohlen. Geschrieben haben soll das ein Hubertus Heil Knabe. Ach nee, das sind zwei verschiedene Personen. Also, der Autor ist ein gewisser Hubertus Knabe.

Warum soll ich mir das Buch vorbestellen? Die Begründung von Amazon lautet:
“Kunden, die »Doch wenn sich die Dinge ändern« Die Linke von Georg Fülberth gekauft oder bewertet haben, haben auch Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE von Hubertus Knabe bestellt. Daher freut es Sie sicher, dass Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE am März 2009 erscheint. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor!”
Naja, sicher, das klingt logisch.

Über das Buch heißt es:
“Als 1989 die SED-Diktatur gestürzt wurde, hätte niemand gedacht, dass die Staatspartei der DDR zwanzig Jahre später die Geschicke der Bundesrepublik mitbestimmen würde. Doch nach mehrfachen Metamorphosen, dubiosen Verschiebungen ihres Milliardenvermögens und dem obskuren Zusammenschluss mit westdeutschen Altlinken drängt die Partei zurück an die Macht. In welch beunruhigendem Maße es eine personelle, programmatische, organisatorische und finanzielle Kontinuität von der SED zur Partei Die LINKE gibt, dokumentiert Hubertus Knabe in gewohnter Gründlichkeit.”

Das glaube ich. Der Autor ist bekanntlich der Meinung, dass der Antikommunismus in unserer Gesellschaft viel zu kurz kommt und widmet sein Leben der Verbreitung dieses Phänomens mit allen Mitteln. -Und das gründlich. Notfalls auch ohne real existierende Kommunisten.

Soll ich mir das Buch kaufen? Werde ich es tun? Rate mal.

Kommentar schreiben

Ura! Ura! Ura!

Jens Bisky schreibt über seine Kindheit und Jugend in der DDR.
Daran ist nichts auszusetzen und das Buch ist so geschrieben, dass mir auch bei schon bekannten Nörgeleien über die Unfreiheit im DDR-System nicht langweilig wird.

Die persönlichen Erfahrungen kann einem niemand nehmen. Empfindungen kann man keinem ausreden.

Was machen die Erlebnisse von Jens Bisky für einen größeren Leserkreis interessant und was ist an dem Erlebten verallgemeinerbar und steht für das System DDR?

Nur wenige Beschreibungen aus Kindergarten und Schule sind mir fremd. Dabei bin ich nicht in der DDR, sondern in der BRD und Westberlin aufgewachsen. Unfreiheit, Gängelei, ideologische Verbohrtheit und die Ausgrenzung der Andersdenkenden kenne ich aus meiner Schulzeit.

Problematisch wird es bei Jens Bisky, wenn er über etwas schreibt, was er nicht erlebt hat und zwei Gesellschaftssysteme vergleichen will, von denen er nur eins in seiner Kindheit und Jugend erlebt hat.

Ein harmloses Beispiel hierfür ist, daß er dem Bericht über seine eigenen Kopfnoten diese Frage anhängt: “Gibt es das Dienstbotencharakterisierungswort ‘rege’ eigentlich im Westdeutschen?”
Ich weiß nicht, was für Schlafmützen die Kollegen von Jens Bisky in der Redaktion der SZ in München sind, aber ich kann von der ersten bis zur zehnten Klasse Zeugnisse vorweisen, in denen steht: “Mitarbeit im Unterricht: konzentriet, rege, interessiert”.
Vielleicht hat Jens sich aber auch nur nicht zu fragen getraut.

Das Argument, Jens Bisky kenne ja nun den Westen aus eigenem Erleben, zählt nicht. Erwachsen sein ist anders. Die Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, sind für Erwachsene mit guter Schulbildung und einem gut bezahlten Job immer besser als für Kinder und Jugendliche.
Ich möchte unter den damaligen und heutigen Bedingungen nicht wieder unter 25 Jahre alt sein.

Jens Bisky ist ein Jahr jünger als ich und meine Kopfnoten stammen nicht aus Leipzig, sondern aus Schleswig-Holstein. Jens Vater wollte lieber in Leipzig Karriere machen als in Schleswig-Holstein zu bleiben und und sich mit seiner Weltanschauung der Gefahr auszusetzen, im Gefängnis zu landen oder Berufsverbot zu erhalten.

So richtig versteht der Jens das bis heute nicht. “Das mein Vater sich Marxist nannte und der Monopolbourgeoisie auf dem Papier einige Schnippchen schlug, dass er Ideologiekritik trieb, hätte seiner akademischen Karriere in den siebziger Jahren auch an einer westdeutschen Universität kaum geschadet.”

Ich glaube, ich habe dass Maß an Unterwerfung und Anpassung, dass Menschen in der DDR anerzogen wurde, unterschätzt. Manche werden es nie wieder los.

Jens Bisky, Geboren am 13.August, kann man hier bestellen.

Kommentar schreiben

Johann Georg Elser

Johann Georg Elser verübte am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Adolf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung.

Foto-Quelle und weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Elser
Peter-Paul Zahl (* 14. März 1944 in Freiburg im Breisgau) ist Schriftsteller und schrieb das Stück “Johann Georg Elser. Ein deutsches Drama.”, Rotbuch, Berlin 1982.
Mehr Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Paul_Zahl
Das Buch kann hier bestellt werden.

Kommentar schreiben







          →  Info: Klaus
          →  Info: Jens
          → Andere Seiten
          → Kontaktformular
          → Credits
          + Impressum
           © 2008
          Klaus Pollmann

Klemmeisen
mitnehmen


feedburner twitter facebook myspace Linksaktiv
networkedblogs
eMail-News

Blog-Erklärung

Mit dem Klemmeisen wird der Klemmkuchen hergestellt. Die Mehlspeise brachten die Flamen nach Ostdeutschland, die im 12./13. Jahrhundert nach der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären im Jahr 1157 in hoher Zahl den Höhenrücken östlich der Elbe besiedelten. [Wikipedia]

Blog-Musik

唐朝: Die Internationale
Renft: Zwischen Liebe und Zorn

"Politics is the entertainment branch of industry."
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Wirtschaft."
Frank Zappa
rot gehen, grün stehen
Schwerter zu Pflugscharen

twitter

Georg Elser

Wieviel Leid wäre der Welt erspart geblieben, wenn sein Attentat gelungen wäre?

Mehr Infos: Georg-Elser-Arbeitskreis