11 Mai 2010 0
Tag der Vergewaltigung
Das ZDF leistet seinen Beitrag zur Entsorgung des 8. Mai als Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus ganz im Sinne seines Propaganda-Auftrages als deutsches Staatsfernsehen.
Wäre es den Auftraggebern um das Schicksal von Frauen gegangen, die Opfer einer Facette der Brutalität des Krieges wurden, dann hätte als Ergebnis ein guter Antikriegsfilm in die Wohnstuben ausgeliefert werden können. In “Eine Frau in Berlin - Anonyma” werden die Frauen von den Filmemachern erneut vergewaltigt und zum bloßen Sinnbild für die Vergewaltigung des deutschen Volkes durch plündernde, brandschatzende und eben vergewaltigende Horden von Untermenschen aus dem Osten degradiert.
Schon die Texte zum Film lassen keinen Zweifel daran, welches Bild hier gezeichnet werden soll: “Berlin 1941: Anonyma, eine elegante Frau um die 30, feiert mit einigen Freundinnen und wenigen Männern - gebildete, gutsituierte Nazis unter sich. Nur der Gedanke an die Männer an der Front, unter anderem auch an Gerd, Anonymas Geliebten, kann die Stimmung momentweise trüben. (…) Vier Jahre später: April 1945: (…) Die Rotarmisten nisten sich in Straßen und Häusern ein. Es gibt keine Sicherheit, keinen Ort, in den die betrunkenen russischen Horden nicht eindrängen. Der Sieger nimmt, was er als seins erachtet.” (Quelle: ZDF)
Dieses Bedrohungsszenario hatte bereits das faschistische Propagandaministerium und die Ufa für den Fall vorhergesagt, dass der arische Mann und mit ihm die Herrenrasse nicht über die slawischen und mongolischen Untermenschen siegt. Im gebührenfinanzierten Zweiten Deutschen Fernsehen wird dieser Horror nun Wahrheit.
Prädikat: Eine besonders eklige und abstoßende Form der Volksverhetzung.
Nachtrag:
Die vermeintliche Autorin des Tagebuchs, auf dessen Grundflage der ZDF-Film abgedreht wurde, Marta Hillers, studierte an der Sorbonne und sprach fließend Französisch und Russisch. Nach Recherchen von Jens Bisky von der Süddeutschen Zeitung hat sie für unbedeutende Zeitungen und Zeitschriften des nationalsozialistischen Deutschland geschrieben. Das Tagebuch erstreckt sich über die Zeit von April bis Juni 1945.
Das Tagebuch wurde erstmals 1954, anonym und auf Englisch, auf Betreiben von C. W. Ceram veröffentlicht. C. W. Ceram, eigentlich Kurt Wilhelm Marek, verfasste 1941 das Kriegspropaganda-Werk “Wir hielten Narvik“. (Quellen: Wikipedia)
Lese-Tipp:
Die Bitterkeiten der Befreiung: der Freitag
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