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Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Tag der Vergewaltigung

Das ZDF leistet seinen Beitrag zur Entsorgung des 8. Mai als Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus ganz im Sinne seines Propaganda-Auftrages als deutsches Staatsfernsehen.

Wäre es den Auftraggebern um das Schicksal von Frauen gegangen, die Opfer einer Facette der Brutalität des Krieges wurden, dann hätte als Ergebnis ein guter Antikriegsfilm in die Wohnstuben ausgeliefert werden können. In “Eine Frau in Berlin - Anonyma” werden die Frauen von den Filmemachern erneut vergewaltigt und zum bloßen Sinnbild für die Vergewaltigung des deutschen Volkes durch plündernde, brandschatzende und eben vergewaltigende Horden von Untermenschen aus dem Osten degradiert.

Schon die Texte zum Film lassen keinen Zweifel daran, welches Bild hier gezeichnet werden soll: “Berlin 1941: Anonyma, eine elegante Frau um die 30, feiert mit einigen Freundinnen und wenigen Männern - gebildete, gutsituierte Nazis unter sich. Nur der Gedanke an die Männer an der Front, unter anderem auch an Gerd, Anonymas Geliebten, kann die Stimmung momentweise trüben. (…) Vier Jahre später: April 1945: (…) Die Rotarmisten nisten sich in Straßen und Häusern ein. Es gibt keine Sicherheit, keinen Ort, in den die betrunkenen russischen Horden nicht eindrängen. Der Sieger nimmt, was er als seins erachtet.” (Quelle: ZDF)

Dieses Bedrohungsszenario hatte bereits das faschistische Propagandaministerium und die Ufa für den Fall vorhergesagt, dass der arische Mann und mit ihm die Herrenrasse nicht über die slawischen und mongolischen Untermenschen siegt. Im gebührenfinanzierten Zweiten Deutschen Fernsehen wird dieser Horror nun Wahrheit.

Prädikat: Eine besonders eklige und abstoßende Form der Volksverhetzung.

Nachtrag:

Die vermeintliche Autorin des Tagebuchs, auf dessen Grundflage der ZDF-Film abgedreht wurde, Marta Hillers, studierte an der Sorbonne und sprach fließend Französisch und Russisch. Nach Recherchen von Jens Bisky von der Süddeutschen Zeitung hat sie für unbedeutende Zeitungen und Zeitschriften des nationalsozialistischen Deutschland geschrieben. Das Tagebuch erstreckt sich über die Zeit von April bis Juni 1945.

Das Tagebuch wurde erstmals 1954, anonym und auf Englisch, auf Betreiben von C. W. Ceram veröffentlicht. C. W. Ceram, eigentlich Kurt Wilhelm Marek, verfasste 1941 das Kriegspropaganda-Werk “Wir hielten Narvik“.  (Quellen: Wikipedia)

Lese-Tipp:

Die Bitterkeiten der Befreiung: der Freitag

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Arme Faschisten

Heute habe ich mir in unserem Kulturzentrum erneut “STAU - Jetzt geht’s los” von Thomas Heise angesehen. Ein Dokumentarfilm, der das Elend der Straßen und Wohnquartiere von Halle Anfang der 90er Jahre zeigt und unkomentiert rechte Jugendliche ihre Meinungen aussprechen lässt.

Was fängt man mit diesem Film an? Hat man sich vorher die Ohren zugehalten, weiß man erst jetzt, dass rechte Jugendliche nicht die hellsten Köpfe sind, Probleme haben und dieses Gemisch nicht nur in absurde Äußerungen, sondern auch in gewalttätige und strafbare Handlungen umsetzen.

Dies unkommentiert zu lassen, ist nicht wirklich erträglich. Die Jugendlichen als verführte Opfer darzustellen, ohne die Verführer zu nennen, ist eine gefährlich unvollständige Dokumentation. Die Opfer nicht zu nennen, ist eine verharmlosende Dokumentation. Täter als Opfer zu präsentieren, ist eine brutale Verdrehung der Realität.

Akzeptierende Sozialarbeit hat in dieser Republik staatlich finanzierte Jugendzentren geschaffen, in denen Nazi-Bands ihre Proberäume haben und Rechte ihren nächsten Überfall auf Ausländer, linke Jugendliche, Schwule und andere Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, planen. -Staatlich finanzierte No-Go-Areas in national befreiten Zonen.

Unserer Gesellschaft mangelt es nicht an Bühnen, auf denen die Intoleranz und Dummheit sich präsentieren kann.
Unsere Gesellschaft leidet am akzeptierenden Hinhören, dem unkommentierten Geschwätz und der fehlenden Courage zum Eingreifen.

Wer allerdings ein geschmissenes Studium in der DDR, einige in der DDR nicht aufgeführte Filme, das Label des Goethe-Instituts und eine Professur in Karlsruhe ehrfürchtig für ein unumstößliches Qualitätsmerkmal hält, der kann diesen Film von Thomas Heise nicht kritisieren. Das akzeptiere ich. Staatsnähe ist nicht in jedem Staat krtikwürdig. Auch für diese Kritik braucht man einen Standpunkt.

Bildquelle: oefilm.de

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Lehr-Fernsehen

Willkommen zu HauseNachdem ich am Sonntag bereits in einem Tatort, an dessen Ende einem jungen Mann wegen eines humanitären Einsatzes fünf Jahre Gefängnis angedroht wurden, einiges über die Arbeitsbedingungen in Lebensmitteldiscountern gelernt habe, war nun am Montag etwas über unsere Kriegsveteranen zu lernen.

“Willkommen zu Hause” ist der erste deutsche Fernsehfilm, der sich mit dem zurzeit brennend aktuellen Thema der Folgen von Friedensmissionen der Bundeswehr für die rückkehrenden Soldaten auseinandersetzt. Intensiv und realistisch thematisiert das Drama die Überforderung eines jungen Soldaten, dessen Psyche mit den Erlebnissen im Krisengebiet nicht fertig wird. (ARD)

Was habe ich gelernt?

Erstens: Wenn ein Bundeswehrsoldat nicht in Afghanistan war, dann kann er trotzdem traumatisiert sein, kommt aber nicht in die psychiatrische Station eines Bundeswehrkrankenhauses, sondern erledigt seinen Job als Ausbilder, randaliert einfach so, wenn er säuft, und schikaniert grundlos weibliches Gaststättenpersonal aus Osteuropa.

Zweitens: Auch humanitäre Friedensmissionen können Bundeswehrsoldaten in die Kiste oder die Psychiatrie bringen.

Drittens: Kommt ein Bundeswehrsoldat nicht in der Kiste nach Hause, sondern mit einem Trauma, dann kann er froh sein, wenn die Nachbarin es merkt und ihn in die Psychiatrie fährt. Die Ärzte und Vorgesetzten halten ihre Männer wohl mit und ohne Trauma für normal.

Viertens: Traumatisierte Afghanistan-Veteranen zeichnen sich durch einen übersteigerten Drang zu humanitären Einsätzen aus. Dies kann dazu führen, dass sie Kameraden verprügeln, die besoffen randalieren und grundlos weibliches Gaststättenpersonal aus Osteuropa schikanieren, oder schokosüchtige Quengelkinder beschimpfen.

Für einen einzigen ARD-Film doch eine Menge Wirkung, oder?

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Walz

Ein Film über männliche Gewalt, Traditionen, Konventionen und Liebe.

Ein für mich berührendes Erlebnis im heimischen Kinosessel.
Und das nicht nur wegen Lukas Steltner.
Die Story:

Bastian hat einen Menschen getötet, einen Stadtstreicher. Nachts, an einer Tankstelle in Wismar. Ohne Grund, ohne Reue.Da ist Bastian gerade zwanzig und Betonbauergeselle.Der Totschlag bleibt unentdeckt und ungesühnt. Die Erpressung eines Zeugen zwingt Bastian zur Flucht. Ein Unfall bringt ihn mit einer Gruppe Handwerksgesellen zusammen, die drei Jahre, ohne ihren Heimatort betreten zu dürfen, auf Wanderschaft, auf der Walz unterwegs sind. Bastian wittert seine Chance, verschweigt den Gesellen seine Tat und schliesst sich ihnen auf eine sechswöchige Probezeit an. Das Gesellenleben auf der Strasse macht ihm jedoch wenig Freude: Kein Handy, kein warmes Bett mehr bei seiner Freundin, keine Computer-Spiele und die ständige Anstrengung, eine Unterkunft, Arbeit und Schlafplatz zu finden. Erst als er auf den geheimnisvollen Steinmetz Festus, den wildesten der Gesellen trifft, ändert sich seine Einstellung. Die Erlebnisse auf der Wanderschaft und seine wachsende Freundschaft zu Festus, treiben erste Risse in Bastians Seelen-Beton. Als Bastian schliesslich erfährt, wer sein Opfer an der Tankstelle wirklich war, muss er sich zwischen der Freundschaft mit Festus und der Wahrheit entscheiden. Die verdrängte Tat wird zum Wendepunkt seines Lebens.

Quelle und mehr: http://www.fuerdenunbekanntenhund.com/

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Mit dem Klemmeisen wird der Klemmkuchen hergestellt. Die Mehlspeise brachten die Flamen nach Ostdeutschland, die im 12./13. Jahrhundert nach der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären im Jahr 1157 in hoher Zahl den Höhenrücken östlich der Elbe besiedelten. [Wikipedia]

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