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Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Kriegsverbrecher ehren

Am 20. Juli ist es wieder so weit: Die Bundesregierung ehrt Antisemiten und Kriegsverbrecher als ihre staatstragenden Helden des Widerstandes gegen Hitler. In dieser mit und durch Nazis entnazifizierten Demokratie darf das Militär mit einem feierlichen Gelöbnis die Kriegsbereitschaft unseres Staates öffentlich zur Schau und in die Tradition von Wehrmachtsoffizieren stellen.

In einer Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Harald Koch, Wolfgang Neskovic, Jens Petermann, Halina Wawzyniak und der Fraktion DIE LINKE heißt es dazu:

“Zudem lassen sich die Motive der Offiziersopposition, die sich im Anschlag auf Hitler vom 20. Juli niedergeschlagen hat, nicht als „Aufstand des Gewissens“ zusammenfassen. Die meisten der beteiligten Offiziere hatten sich zuvor an Kriegsverbrechen beteiligt, die Ermordung der jüdischen Bevölkerung unterstützt, den Kommissarbefehl umgesetzt, die Verschleppung und Versklavung der Zivilbevölkerung vor allem in Osteuropa befürwortet und mitbetrieben. Die Intensität ihres Widerstandes hing wesentlich von ihrer Einschätzung der militärischen Lage ab. Je sicherer die Niederlage, desto höher war die Bereitschaft, die politische und militärische Führung zu stürzen und selbst zu übernehmen.

Aus Sicht der Fragesteller ist nicht ersichtlich, warum jungen Rekruten der Bundeswehr ausgerechnet solche Vorbilder vermittelt werden. Die politische Orientierung jener Offiziere hat mit dem heute proklamierten Anspruch von Soldaten als Bürger in Uniform und dem Primat der Politik nichts zu tun. Daher symbolisiert der Aufmarsch der Bundeswehr vor dem Reichstagsgebäude weniger ihr Selbstverständnis als Parlamentsarmee, sondern ihre Verhaftung in Traditionen aus undemokratischer Vergangenheit. Dem entspricht auch die Orientierung der Bundeswehr auf weltweite Kriegseinsätze aus wirtschaftlichen Interessen und ihr faktischer Abschied vom Verteidigungsauftrag.

Wenn man überhaupt Vorbilder aus der Zeit des Dritten Reiches sucht, wären Deserteure, Überläufer und „Kriegsverräter“ wesentlichbesser geeignet: Sie haben den Dienst verweigert und nicht, wie die Offiziere des 20. Juli, bis zum Ende ihr militärisches Können in den Dienst des Naziregimes gestellt.”

Eine herausragende Persönlichkeit im Widerstand gegen den faschistischen Terror ist Georg Elser, der bereits 1939 versuchte, Hitler zu beseitigen, um schlimmeres Blutvergießen zu verhindern.

Gegen die Veranstaltung vor dem Reichstag wird es wohl auch in diesem Jahr Proteste geben: GelöbNIX

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Tag der Vergewaltigung

Das ZDF leistet seinen Beitrag zur Entsorgung des 8. Mai als Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus ganz im Sinne seines Propaganda-Auftrages als deutsches Staatsfernsehen.

Wäre es den Auftraggebern um das Schicksal von Frauen gegangen, die Opfer einer Facette der Brutalität des Krieges wurden, dann hätte als Ergebnis ein guter Antikriegsfilm in die Wohnstuben ausgeliefert werden können. In “Eine Frau in Berlin - Anonyma” werden die Frauen von den Filmemachern erneut vergewaltigt und zum bloßen Sinnbild für die Vergewaltigung des deutschen Volkes durch plündernde, brandschatzende und eben vergewaltigende Horden von Untermenschen aus dem Osten degradiert.

Schon die Texte zum Film lassen keinen Zweifel daran, welches Bild hier gezeichnet werden soll: “Berlin 1941: Anonyma, eine elegante Frau um die 30, feiert mit einigen Freundinnen und wenigen Männern - gebildete, gutsituierte Nazis unter sich. Nur der Gedanke an die Männer an der Front, unter anderem auch an Gerd, Anonymas Geliebten, kann die Stimmung momentweise trüben. (…) Vier Jahre später: April 1945: (…) Die Rotarmisten nisten sich in Straßen und Häusern ein. Es gibt keine Sicherheit, keinen Ort, in den die betrunkenen russischen Horden nicht eindrängen. Der Sieger nimmt, was er als seins erachtet.” (Quelle: ZDF)

Dieses Bedrohungsszenario hatte bereits das faschistische Propagandaministerium und die Ufa für den Fall vorhergesagt, dass der arische Mann und mit ihm die Herrenrasse nicht über die slawischen und mongolischen Untermenschen siegt. Im gebührenfinanzierten Zweiten Deutschen Fernsehen wird dieser Horror nun Wahrheit.

Prädikat: Eine besonders eklige und abstoßende Form der Volksverhetzung.

Nachtrag:

Die vermeintliche Autorin des Tagebuchs, auf dessen Grundflage der ZDF-Film abgedreht wurde, Marta Hillers, studierte an der Sorbonne und sprach fließend Französisch und Russisch. Nach Recherchen von Jens Bisky von der Süddeutschen Zeitung hat sie für unbedeutende Zeitungen und Zeitschriften des nationalsozialistischen Deutschland geschrieben. Das Tagebuch erstreckt sich über die Zeit von April bis Juni 1945.

Das Tagebuch wurde erstmals 1954, anonym und auf Englisch, auf Betreiben von C. W. Ceram veröffentlicht. C. W. Ceram, eigentlich Kurt Wilhelm Marek, verfasste 1941 das Kriegspropaganda-Werk “Wir hielten Narvik“.  (Quellen: Wikipedia)

Lese-Tipp:

Die Bitterkeiten der Befreiung: der Freitag

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8. Mai in Jüterbog

8. Mai 2010 JüterbogNur wenige Bürgerinnen und Bürger fanden sich zur Gedenkveranstaltung am Ehrenfriedhof für die gefallenen Sowjetsoldaten in Jüterbog ein.

Erstmals hatte nicht DIE LINKE, sondern das Bündnis “gegen rechte Gesinnung und jegliche Gewalt” zu einer Veranstaltung zum Tag der Befreiung eingeladen. Zu einer größeren Mobilisierung trug dies nicht bei. In erster Linie bestanden die Teilnehmer/innen der Veranstaltung aus Mitgliedern der Parteien, die auch in dem Bündnis besonders aktiv sind. Neben der LINKEN ist dies der SPD-Ortsverband.

Der Vertreter der russischen Botschaft in Deutschland betonte in seiner Rede, dass es keinen Grund gebe, die geschichtlichen Ereignisse umzudeuten, und den 8. Mai nicht als Tag der Befreiung zu begreifen.

Links:

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Tag der Befreiung

Am morgigen 8. Mai 2010 jährt sich zum 65. mal der Tag der Befreiung vom Faschismus. Aus diesem Anlass gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Ehrungen.

Ich werde an dieser teilnehmen:

Ehrung anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus

8. Mai 2010, 10 Uhr, Jüterbog, Am Damm, Ehrenfriedhof

Veranstalter: Bündnis gegen rechte Gesinnung und jegliche Gewalt Jüterbog

Ansprachen: Maritta Böttcher, Vertreter der russischen Botschaft, Peter Anders (Zeitzeugenbericht)
Kranzniederlegung, Rezitation und musikalische Umrahmng

Quelle der Grafik: AG Antifa in und bei DIE LINKE. Leipzig

Den 8. Mai 1945 als Befreiung begreifen

Erklärung des Sprecherrates der Historischen Kommission beim Parteivorstand der LINKEN zum 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

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Mit dem Klemmeisen wird der Klemmkuchen hergestellt. Die Mehlspeise brachten die Flamen nach Ostdeutschland, die im 12./13. Jahrhundert nach der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären im Jahr 1157 in hoher Zahl den Höhenrücken östlich der Elbe besiedelten. [Wikipedia]

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