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Ein Blog aus Altes Lager im Fläming



Buchempfehlung

ohne komplizierte Analyse: Eine wahre Geschichte, ein Lehrbuch über Geschichte, eine schwule Geschichte, eine antifaschistische Geschichte, eine Geschichte gegen Krieg, eine Liebesgeschichte, ein Buch für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters, spannend wie ein Krimi und ein Buch für das Herz.

Kurzfassung: Polen, 1940. Für den 16-jährigen Stefan und den deutschen Soldaten Willi ist es Liebe auf den ersten Blick – für die Nationalsozialisten ein zweifach todeswürdiges Verbrechen. Nach wenigen Wochen heimlichen Glücks wird Willi nach Russland versetzt. Als Stefan die Einsamkeit nicht mehr erträgt, schreibt er einen verhängnisvollen Liebesbrief an die Ostfront …

Lutz van Dijk, Verdammt starke Liebe, cbt, ISBN 978-3-570-30213-2 oder hier bei amazon: Verdammt starke Liebe: Die wahre Geschichte von Stefan K. und Willi G

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Wenn Verfassungsfeinde feien

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Auf öffentlichen Plätzen und in den Medien feiert sich die Demokratie. In groß angelegten Kampagnen wird das Grundgesetz gefeiert.

Ein Blick zurück. 1955. Die Bundesrepublik ist sechs Jahre alt.

Die meisten Bundesbürger waren gegen die Wiederbewaffnung und wollten selbst dann keine Uniform mehr tragen, wenn eine „kommunistische Invasion“ drohte. Es gab eine breite „Ohne uns“-Bewegung, die sich aus Menschen unterschiedlicher Weltanschauung zusammensetzte. Die Furcht vor einem dritten Weltkrieg war groß. Der Adenauer-Staat reagierte repressiv und verbot die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die Jugendorganisation der KPD, die mit den sozialistischen Falken, der Gewerkschaftsjugend und christlichen Jugendverbänden spektakuläre antimilitaristische Aktionen veranstaltet hatte. Unter anderem hatten sie Anfang 1951 die Insel Helgoland besetzt, um die britischen Alliierten, die die Insel als Testgelände benutzten, zu zwingen, ihre Bombenabwürfe einzustellen.

Für Unruhe sorgten bei konservativen Regierungsmitgliedern auch die -sogar in Großbetrieben- ziemlich populären „Ausschüsse für Volksbefragung“, die ebenfalls gegen die Wiederbewaffnung waren und deren Hauptausschuss sich aus Funktionären der CDU, der SPD, der KPD sowie aus ehemaligen Offizieren zusammensetzte. Bald ließ das Ministerium für gesamtdeutsche Fragen überall Plakate anbringen mit der Aufschrift: „Wer an der kommunistischen Volksbefragung teilnimmt, gefährdet den Frieden und stellt sich in den Dienst des Bolschewismus!“

Ausgerechnet Sozialdemokraten forderten als Erste ein Verbot der Volksbefragung. Erfolgreich. Mehr als 7000 Aktivisten wurden verhaftet, vorzugsweise kommunistische, um den Vorwurf zu stützen, das Volksbegehren sei „vom Osten gesteuert“. Dennoch sammelten die Ausschüsse fast zehn Millionen Unterschriften.

Jeder Einsatz für eine friedliche und antikapitalistische Zukunft wurde in der jungen Bundesrepublik Deutschland unterdrückt. Wer sich gegen Krieg und Militär engagierte bekam Berufsverbot und Gefängnisstrafen. Zehntausende verloren ihren Arbeitsplatz. Rund 200 Organisationen wurden verboten.

Die an den Verbrechen der Wehrmacht und der SS beteiligten Generäle und Oberste machten die Bundeswehr bereit für die NATO. Der Oberleutnant der Wehrmacht Franz Josef Strauß wurde Verteidigungsminister.

Neben Spanien, wo noch immer der Diktator General Franco herrschte, war die 1949 gegründete Bundesrepublik jetzt (1956) der einzige europäische Staat, in dem die kommunistische Partei, elf Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, wieder verboten war.

Noch 1956 wurde aus der Organisation Gehlen der Bundesnachrichtendienst (BND) und der ehemalige Chef der Ostspionage der Wehrmacht, Generalleutnant Reinhard Gehlen, wurde sein Präsident. Jener Gehlen hatte der CIA Pläne für einen Putsch in der Bundesrepublik vorgelegt, falls „Anhänger einer prosowjetischen Politik“ in die Bundesregierung eintreten sollten.

Und das Grundgesetz?

Das Grundgesetz von 1948 hatte „Wehrpflicht und Remilitarisierung [...] verfassungsmäßig“ ausgeschlossen. Adenauer hatte „den westlichen Alliierten schon 1949 einen deutschen Verteidigungsbeitrag angeboten, [...] hatte also schon sieben Jahre vor den entscheidenden Grundgesetzänderungen seine Politik unbekümmert um Geist und Buchstaben der Verfassung eingefädelt und betrieben. Für eine Remilitarisierung war kein Platz im Grundgesetz, es wurde durch diese sowohl verletzt wie gesprengt“.

Die KPD hatte das Grundgesetz im Parlamentarischen Rat abgelehnt, da es die Spaltung Deutschlands zementierte.

Max Reimann, Mitglied des Parlamentarischen Rat und Vorsitzender der KPD erklärte dazu: „Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!“

Dies galt es aus Sicht der Militaristen durch das Verbot der KPD zu verhindern. Das Grundgesetz wurde geändert, die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.

Die kursiven Textpassagen stammen aus diesem Buch von Jutta Ditfurth: Ulrike Meinhof: Die Biografie

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Religiöses Gedrängel

Demokratie und Toleranz einfordernd trommeln die für Intoleranz und Dogmatismus bekannten Glaubensgemeinschaften zum Volksentscheid und scharren mit den Füßen vor den Schultoren, hinter denen sie wieder ihre Propaganda betreiben und Kinder indoktrinieren wollen. Bezahlen soll diesen Werbefeldzug natürlich der Staat. Wie löchrig die Trennung zwischen Kirche und Staat in Deutschland ist, kann man der häufig aus Politikern herausquellenden Formulierung “jüdisch-christliche Wertegemeinschaft” und dem Aufstand bei der Entfernung von Kruzifixen aus Klassenzimmern entnehmen.

Der Aufstand der Berliner Initiatoren der “ProReli” ist schon deshalb skandalös, weil in Berlin der Religionsunterricht an Schulen gar nicht abgeschafft wurde. Die Kirchen dürfen weiter ihre Weltanschauung in den Schulen verbreiten und erhalten dafür auch noch staatliche Finanzunterstützung. Was den Kirchen durch die Einführung des Ethikunterrichts abhanden kam ist die alleinige Hoheit über die Darstellung von Religionen und Weltanschauungen. Außerdem kamen ihnen wohl die Schäfchen abhanden, die sich früher dem Notendruck fügten und freiwillig keinen Religionsunterricht aufsuchen.

In Zeiten, in denen sich religiöse Führer täglich wieder mit ihren reaktionären Worten und Taten blamieren, wächst aber weltweit auch der Widerstand gegen die Indoktrination durch die Kirchen und für eine strikte Trennung von Staat und Kirche.

In London fahren im Rahmen der Atheist Bus Campaign Doppeldecker mit der Aufschrift “There’s probably no god. Now stop worrying. And enjoy your live.” durch die Straßen. In Österreich gibt es die Kampagne “Hände falten, Goschn halten! -Kirche raus aus der Schule” und in Deutschland wird der Bus-Aufkleber so übersetzt:

Weitere Informationen zum Thema:

Pro Ethik

DIE LINKE. Berlin zu ProReli

“Hände Falten, Goschn halten!” -aks Österreich

Atheist Bus Campaign London

Herzlichen Dank an Aaron Bruckmiller, der mich mit seinem lesenswerten Beitrag in seinem b-blog auf die Dringlichkeit des Themas hingewiesen hat.

Wo bitte geht's zu Gott?Ein Buchtipp für Eure Kinder:

Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel:

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Ura! Ura! Ura!

Jens Bisky schreibt über seine Kindheit und Jugend in der DDR.
Daran ist nichts auszusetzen und das Buch ist so geschrieben, dass mir auch bei schon bekannten Nörgeleien über die Unfreiheit im DDR-System nicht langweilig wird.

Die persönlichen Erfahrungen kann einem niemand nehmen. Empfindungen kann man keinem ausreden.

Was machen die Erlebnisse von Jens Bisky für einen größeren Leserkreis interessant und was ist an dem Erlebten verallgemeinerbar und steht für das System DDR?

Nur wenige Beschreibungen aus Kindergarten und Schule sind mir fremd. Dabei bin ich nicht in der DDR, sondern in der BRD und Westberlin aufgewachsen. Unfreiheit, Gängelei, ideologische Verbohrtheit und die Ausgrenzung der Andersdenkenden kenne ich aus meiner Schulzeit.

Problematisch wird es bei Jens Bisky, wenn er über etwas schreibt, was er nicht erlebt hat und zwei Gesellschaftssysteme vergleichen will, von denen er nur eins in seiner Kindheit und Jugend erlebt hat.

Ein harmloses Beispiel hierfür ist, daß er dem Bericht über seine eigenen Kopfnoten diese Frage anhängt: “Gibt es das Dienstbotencharakterisierungswort ‘rege’ eigentlich im Westdeutschen?”
Ich weiß nicht, was für Schlafmützen die Kollegen von Jens Bisky in der Redaktion der SZ in München sind, aber ich kann von der ersten bis zur zehnten Klasse Zeugnisse vorweisen, in denen steht: “Mitarbeit im Unterricht: konzentriet, rege, interessiert”.
Vielleicht hat Jens sich aber auch nur nicht zu fragen getraut.

Das Argument, Jens Bisky kenne ja nun den Westen aus eigenem Erleben, zählt nicht. Erwachsen sein ist anders. Die Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, sind für Erwachsene mit guter Schulbildung und einem gut bezahlten Job immer besser als für Kinder und Jugendliche.
Ich möchte unter den damaligen und heutigen Bedingungen nicht wieder unter 25 Jahre alt sein.

Jens Bisky ist ein Jahr jünger als ich und meine Kopfnoten stammen nicht aus Leipzig, sondern aus Schleswig-Holstein. Jens Vater wollte lieber in Leipzig Karriere machen als in Schleswig-Holstein zu bleiben und und sich mit seiner Weltanschauung der Gefahr auszusetzen, im Gefängnis zu landen oder Berufsverbot zu erhalten.

So richtig versteht der Jens das bis heute nicht. “Das mein Vater sich Marxist nannte und der Monopolbourgeoisie auf dem Papier einige Schnippchen schlug, dass er Ideologiekritik trieb, hätte seiner akademischen Karriere in den siebziger Jahren auch an einer westdeutschen Universität kaum geschadet.”

Ich glaube, ich habe dass Maß an Unterwerfung und Anpassung, dass Menschen in der DDR anerzogen wurde, unterschätzt. Manche werden es nie wieder los.

Jens Bisky, Geboren am 13.August, kann man hier bestellen.

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Mit dem Klemmeisen wird der Klemmkuchen hergestellt. Die Mehlspeise brachten die Flamen nach Ostdeutschland, die im 12./13. Jahrhundert nach der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären im Jahr 1157 in hoher Zahl den Höhenrücken östlich der Elbe besiedelten. [Wikipedia]

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